Freie Projekte
Maalesh

Maalesh

Ein Kunstfilm von Boaz Kaizman und Erik Sick
Mit David Galloway
Nach einer Idee von Boaz Kaizman
Kamera, Ton, Schnitt von Erik Sick
(22 Min / PAL Video / Sprache: Englisch / 2004)

Inhalt:

Interview mit dem Kunstkritiker und Prof. für Kunst David Galloway in seinem Haus in der Provence / Frankreich. Er erzählt uns die Geschichte vom Bau eines Museums für europäische Kunst, Mitte der 70ziger Jahre im Iran. Unter der Führung des Schahs, als Geschenk seiner Frau an ihr Volk. Galloway hat damals die "Queen" bei der Auswahl von Kunstwerken für den neuen Kulturort beraten. Nach der Fertigstellung des Baus und der Bestückung mit der teuer erworbenen Kunst, muß der Schah das Land fluchtartig verlassen, weil die Revolution unter Khomeini das Volk unter seine Kontrolle bekommt. Die Sekretärin von Galloway bewacht während dieser Zeit die Kunstschätze wie ein Tiger. Khomeini tritt Jahre später wieder zurück. Der Inhalt des Museums hat immer gewechselt, aber das Gebäude hat  die Zeit der Revolutionäre unbeschadet überstanden.

Film einer Teppichsammlung. Die Teppiche werden Stück für Stück aufgeblättert und zeigen ihre Schönheit.

Form:

Die Interviewsprache von Prof. David Galloway ist Englisch.  Er wird im Film nicht im "On" zu sehen sein. Die Geschichte kommt aus dem "Off"  . Die Teppiche sind von oben aus der Vogelperspektive formatfüllend zu sehen. Stück für Stück erscheint ein neues Muster, selbst die Hände des Verkäufers, der die Teppiche stapelt, sind nicht zu sehen. Hohe Tiefenschärfe. Es entsteht eine "geloopte bewegliche Malerei“.

Premiere:

Am 28.10.2004 um 24 Uhr im Kino Off Broadway in Köln im Rahmen der Art Cologne

Screenings:

Im Kino Off-Broadway parallel zur Art-Cologne (2004)
In der Ausstellung "Waanwezig-Heden" in Sint-Truiden/Belgien (2004)
Im Atelier Pact Zollverein in Essen (2005)
Auf dem Ethnofilmfest Berlin (2005)
Im Kölner Museum Ludwig im Rahmen der "Filmbar - Short Cuts Cologne" (2005)
Im Kunstpalast Düsseldorf im Rahmen der Ausstellung "Der neue Orient" (2005)
In der Galerie Prodajna in Belgrad im Rahmen der "BeogradNekads I Sad" Ausstellung (2005)
In der Galerie Ruzicska & Weiss in Düsseldorf (2006)
Präsentation des Films im Kino vom Museum Ludwig anlässlich des Ankaufs für die Sammlung (2006)
Präsentation des Films im Museum Ludwig in der Dauerausstellung des Museums im UG (2006)
Innerhalb der Gruppenausstellung "Nosadelladoe" in Bologna/Italien (2007)
Im Rahmen der Inter Media Art Institute Ausstellung 40 Jahre Videokunst – Timeloop in Glasgow/Schottland (2007)
Auf dem "The New Media Festival" in Miami/Florida/USA (2007)
Innerhalb der Ausstellung `Bilder in Bewegung´ im Museum Ludwig Köln (2010)
Innerhalb der Ausstellung `Zeitliche Muster im Bewegten Bild´ im Museum Folkwang Essen (2014/2015)

Verkauf des Films durch die Galerie Mirko Mayer in Köln. (Auflage 3 Stück / Ausverkauft):

Ankauf des Films (1/3) durch das Kölner Museum Ludwig für seine ständige Sammlung
Ankauf des Films (2/3) durch eine Kunstsammlerin aus London für ihre Sammlung
Ankauf des Films (3/3) durch einen Kunstsammler aus Köln für seine Sammlung

Katalogtext `Bilder in Bewegung´ zu Maalesh

von Barbara Engelbach

Boaz Kaizmans Filme, die seit 2004 entstehen, zeugen von seiner Beschäftigung mit Wort und Bild, mit verbaler Aussage und visuellem Objekt, mit Fiktion und Dokumentation, einem Feld, das er seit Mitte der 1990er Jahre mit seinen Arbeiten erforscht. Gemeinsam mit dem Filmemacher Erik Sick hat Kaizman den Film Maalesh geschaffen, der auf den ersten Blick wie die Dokumentation einer Sammlung von Orientteppichen wirkt. Von oben fokussiert die Kamera die Motive der Orientteppiche, die in einem endlosen Reigen mit Schwung vom Stapel gezogen werden. Während man in nahezu meditativem Rhythmus immer neue Muster sieht, hört man zugleich eine männliche Stimme aus dem Off. In amerikanischem Englisch berichtet der Erzähler von seinen Erlebnissen, als er zwischen 1977 und 1978 im Auftrag der persischen Kaiserin für das neue Museum of Contemporary Art in Teheran eine Sammlung aufbauen sollte. Es ist David Galloway, der seine Aufgabe als Direktor nicht lange wahrnehmen konnte, denn kurz nach Eröffnung des Museums brach die Revolution aus, und er musste den Iran verlassen. Teppichmotive und Erzählung konzentrieren sich für den Betrachter zu einer untrennbaren Einheit von enormer atmosphärischer Dichte.Bei Dora und Access bilden Kurzgeschichten von Boaz Kaizman die Grundlage fur die Filme. Beide sind ebenfalls in Zusammenarbeit mit Erik Sick entstanden, und in beiden Filmen verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Dokumentation. In Dora liest die in Rumänien geborene und seit vierzig Jahren in Köln lebende Bekannte des Künstlers die imaginäre Biografie der Jüdin Dora, die wie ihr Alter Ego erscheint, während man die Ansicht ihrer realen, perfekt aufgeräumten Wohnung sieht. In Access ist eine nicht leicht zu identifizierende osteuropäische Stadtlandschaft gefilmt (es handelt sich um Lodz in Polen), während man aus dem Off Kaizmans Kurzgeschichte von vier Neurologen hört, die im März 1923 zum Krankenbett von Lenin nach Moskau gerufen werden.

Ausstellungsflyer zu `Bilder in Bewegung´ als Download

In der Galerie Ruzicska & Weiss
Ausstellung in der Galerie Ruzicska & Weiss in Düsseldorf (2006)
Präsentation des Films im Kino vom Museum Ludwig
Präsentation des Films im Kino vom Museum Ludwig anlässlich des Ankaufs für die Sammlung (2006)
Präsentation des Films im Museum Ludwig
Präsentation des Films im Museum Ludwig in der Dauerausstellung des Museums im UG (2006)
Präsentation des Films im Museum Ludwig
Präsentation des Films im Museum Ludwig in der Dauerausstellung des Museums im UG (2006)
Präsentation des Films im Museum Folkwang
Präsentation des Films im Museum Folkwang innerhalb der Ausstellung "disOrder" (2014/2015)

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